Hallo Zusammen!

In diesem Beitrag möchte ich mich dem Thema Lichtempfindlichkeit des Aufnahmemediums widmen.
Kurz: dem ISO-Wert.

Ich möchte erklären was der ISO-Wert bedeutet und welchen Einfluss er auf dein Bild hat. Beginnen möchte ich jedoch mit einer kurzen geschichtlichen Hinführung.

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Woher kommt der Begriff ISO?

In der analogen Fotografie hatte man damals logischerweise noch keine Fotosensoren in den Kameras. Der analoge Film hat aber die gleiche Funktion wie heute der Sensor: der Film fixiert die Informationen des einfallenden Lichts und persistiert somit die Bildinformationen. Die Lichtempfindlichkeit des Films war im Gegensatz zum Fotosensor physisch an den eingelegten Film gebunden und konnte nicht per Kameraeinstellung geändert werden. Durch verschiedene chemische Zusammensetzungen gibt es Filme mit verschiedenen Lichtempfindlichkeiten. Die Standards hierfür wurden von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) festgelegt. Filme mit höheren ISO-Werten nannte man auch "schnelle" Filme. Warum man sie so nannte erkläre ich später. Gängige Einheiten für die Lichtempfindlichkeit des Films sind ISO und ASA. Die Lichtempfindlichkeit in ASA ist lediglich für Schwarzweiß-Filme relevant.

Der Einfluss des ISO-Werts

Grundsätzlich gilt: je höher der ISO-Wert, desto "schneller" ist das Aufnahmemedium. Verdoppelt man den ISO-Wert so erhält man die gleiche Belichtung in der halben Zeit. Dieser Zusammenhang führt dazu, dass man bei gleicher Belichtungszeit besser in dunkleren Umgebungen fotografieren kann. Leider gibt es ein Problem mit der Lichtempfindlichkeit. Mit zunehmender Empfindlichkeit nehmen die Bildinformationen ab. Bei analogen Fotografien macht sich ein hoher ISO-Wert durch ein gröberes Filmkorn bemerkbar. Das Filmkorn ist jedoch bei vielen Fotografen auch ein beliebtes Gestaltungselement. In der digitalen Fotografie führt ein hoher ISO-Wert in der Regel zu unerwünschtem Bildrauschen und einem reduzierten Dynamikumfang. Deshalb solltest du stets mit dem niedrigsten ISO fotografieren, der es dir erlaubt dein Bild ohne Verwackelungen und ohne Bewegungsunschärfe aufzunehmen.

Eine Auflistung der gängigen ISO-Werte

Diese Liste zeigt die meisten heute noch gebräuchlichen ISO-Werte. Natürlich sind auch andere Werte, die zwischen den aufgelisteten Werten liegen, möglich.

25 - 50 - 64 - 100 - 200 - 400 - 800 - 1600 - 3200 - 6400 - 12800 - 25600 - 51200 - 102400 - 204800 - 409600 - … 

Jedes mal, wenn der Wert verdoppelt wird, gewinnt man eine Blende an Helligkeit. Moderne Kameras können in der Regel mit ISO-Werten bis 800 oder 1600 sehr gute Resultate liefern.

Die sehr niedrigen und die sehr hohen ISO-Werte sind selbst heute sehr exotisch. Sie werden meist bei Kameras eingesetzt, die einen speziellen Verwendungszweck haben. Besonders hohe ISO-Werte sind zum Beispiel in der Reportagefotografie und die besonders niedrigen beispielsweise in der Landschaftsfotografie nützlich.

Wie nutzt man den ISO-Wert am Besten

Deine Familienfotos werden beispielsweise deutlich besser, wenn du anstatt mit 

ISO 100 bei 1/15 Verschlusszeit

mit

ISO 800 bei 1/120 Verschlusszeit

fotografierst. 

An diesem Beispiel erkennst du auch gut rechnerischen Zusammenhang. 

ISO Verschlusszeit
100 1/15
200 1/30
400 1/60
800 1/120

Die digitalen Kameras der letzten Jahre sind allesamt so gut geworden, dass man bedenkenlos bis ISO 800/1600 gehen kann ohne merkliche Einbußen in der Qualität hinnehmen zu müssen.

Zusammenfassung: Nicht auf das Rauschen kommt es an

Die Lichtempfindlichkeit des Aufnahmemediums ist ausschlaggebend für die Belichtung deiner Bilder. Hier sind große Formate natürlich klar im Vorteil, da sie mehr Fläche bieten um aus dem einfallenden Licht die Bildinformationen zu gewinnen. Hier solltest du dich aber keineswegs verrückt machen lassen. Nur weil du ein Bild mit ISO 1600 oder gar ISO 6400 belichtest, heißt das noch lange nicht, dass du ein schlechter Fotograf bist oder dass deine Kamera nichts taugt. Es kommt in der Fotografie auch auf viele andere Faktoren an wie beispielsweise die Bildkomposition.

Meine Beiträge zum Thema Bildkomposition findest du hier:
BEITRAGSREIHE: BILDKOMPOSITION

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In diesem Sinne: bis bald!